Schonach – Die Heimat der Kuckucksuhr

Schonach – Die Heimat der Kuckucksuhr

 

Interessante Fakten

 

Wussten Sie schon, dass sich in Schonach die weltgrößte Kuckucksuhr befindet.

 

 

 

 

Wussten Sie schon, dass in Schonach die meisten Kuckucksuhren des Schwarzwaldes hergestellt werden. In Schonach ist von der Kuckucksuhrenmanufaktur bis zur Kuckucksuhrenfabrik alles vorhanden.

 

 

 

Wussten Sie schon, dass die Schonacher Firma SBS sogar der weltgrößte Kuckucksuhrenwerkehersteller ist.

 

 

Wussten Sie schon, dass sowohl die traditionelle…

 

 

 

 

 

 

 

…wie auch die moderne Kuckucksuhr in Schonach hergestellt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Geschichte der Kuckucksuhr im Schwarzwald

 

Ab Mitte des 17. Jahrhunderts sind Schwarzwälder Uhrmacher bekannt. Sie stellten damals Holzräderuhren her. Ab dem Jahre 1720 wurde die Produktion dieser einfachen Holzuhrenart vorangetrieben und die Zahl der angefertigten Uhren stieg bereits auf größere Mengen an.

 

 

Durch die kostengünstige Herstellung des Großteils der Uhr aus heimischem Holz, konnten sogar einfache Bürger eine Uhr erwerben. Die bisher allesamt mit Metallwerk angefertigten Uhren, waren zu dieser Zeit noch viel zu teuer und waren lediglich in den wohlhabenderen Haushälten vorhanden.

Durch die Steigerung der Absatzzahlen witterte so mancher clevere Geschäftsmann die Chance auf Profit. Durch einzelne Bauteile und Werkzeuge die wie der bekannte “Schwarzwälder Blechanker” auch neu entwickelt wurden, entstanden so bereits erste Nebengewerbe. Zudem wurden auch verschiedene Werkgrößen mit unterschiedlicher Laufdauer hergestellt.

Die konsequente technische Weiterentwicklung erreichte zu ihrem Höhepunkt mit dem Ersetzen der reinen Holzräderwerke durch Messingräder in Holzplatinen eine echte Innovation. Sodass die Uhrenproduktion bis 1790 eine vier- fünffache Erweiterung der Produktivität erfuhr. Das Schwarzwälder Uhrenmachergebiet reichte nun von St. Georgen (Norden) – Neustadt (Süden) die Strecke zwischen diesen Orten gehört auch der deutschen Uhrenstraße an.

Ab dem Ende des 18. Jahrhunderts stagnierte diese Entwicklung. Trotz Verbesserung der Arbeitsteilung stieg die Anzahl der Beschäftigten ebenso an wie die verkauften Stückzahlen an Uhren, die im Jahre 1800 noch 150.000 Uhren betrugen und bis im Jahre 1850 auf 600.000 verkaufte Uhren anstiegen.

Das Hauptprodukt war nun die Lackschilduhr, die sich auf dem europäischen Markt durchsetzte. Dies war für die Schwarzwaldregion sehr wichtig, denn in vielen anderen Gegenden trat eine Massenarmut ein. Aufgrund dieses Absatzzweiges war dies in unserer Region glücklicherweise nicht der Fall.

 

 

Erste Schwarzwälder Uhrenhändler erscheinen ab 1740. Zuvor wurden die Uhren mithilfe des sogenannten “Glasträgers” exportiert. So entstand dann auch das Wahrzeichen der Schwarzwälder Uhr, der “Uhrenträger”.

 

 

 

Die Uhren wurden mittlerweile in so hoher Stückzahl produziert, dass sie im Ausland abgesetzt werden mussten. Kleinere Uhrmacher schlossen sich somit vermehrt zusammen, um die Exportländer Frankreich, England, Niederlande, Italien, Österreich mit Uhren zu versorgen. Später erschlossen sie sogar Märkte in Russland und dem Osmanischen Reich. Jedoch sollten vor allem Frankreich und England die Hauptabsatzmärkte bleiben.

Der Wechsel der Uhr vom Luxus- zum Alltagsgegenstand war vollzogen.

Mitte des 19. Jahrhunderts beklagten Hausuhrmacher und Kleinwerkstätte ihre wirtschaftliche Lage. Die Hauptursache sahen sie vor allem in den Zollerhöhungen. Jedoch sank auch der Absatz der bis dahin gut verkauften Lackschilduhr deutlich, da sie den Kundenansprüchen nicht mehr genügte. Durch die zunehmende Einrichtung von Ladengeschäften die ihre Waren durch den Uhrengroßhandel bezogen, verloren die wandernden Uhrenhändler (Uhrenträger) vor allem in Städten immer mehr an Boden.

Im Jahre 1850 gründete die badische Landesregierung in Furtwangen die erste deutsche Uhrmacherschule. Man wollte auch den kleineren Handwerkern eine gute Ausbildung ermöglichen um deren Absatzchancen zu steigern. Doch gerade diese Zielgruppe nahm das Angebot nicht an.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts deutete sich bereits ein Strukturwandel an, dies führte recht schnell, im Jahre 1880 bereits zur industriellen Uhrenherstellung. Die bis 1850 dominierenden Kleinbetriebe wurden vermehrt durch Uhrenfabriken ersetzt die 10-35 Mitarbeiter beschäftigten. Einzelne selbstständige Uhrmacher konnten jedoch verhältnismäßig wettbewerbsfähig bleiben, da durch die Massenproduktion von Uhren auch für sie die Materialpreise zur Uhrenherstellung günstiger wurden. Zudem wollten sie ihre Selbstständigkeit unbedingt bewahren um nicht in einer Fabrik arbeiten zu müssen, da die Industrialisierung damals bei vielen noch als Bedrohung angesehen wurde.

Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Schwarzwälder Uhrenindustrie gewaltig. Bereits sehr große Firmen wurden noch größer und viele kleinere Betriebe schlossen sich zu einem größeren konkurrenzfähigeren Unternehmen zusammen. Mit dem 1. Weltkrieg wurde die Uhrenproduktion allerdings weitestgehend stillgelegt. Der spätere Wegfall des russischen und amerikanischen Marktes sorgte für eine Krise in der Uhrenindustrie.

In den 1920er Jahren stieg die Nachfrage nach den Uhren nochmals besonders an, lange konnte sich dieses wirtschaftliche Hoch jedoch nicht festsetzen. Die Weltwirtschaftskrise folgte schon bald, die viele Betriebe wieder erheblich schwächte oder sie sogar zur Schließung zwang.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Uhrenproduktion durch Rohstoffrationierung und im Export durch Devisenbewirtschaftung erneut scharf begrenzt. Bevor der 2. Weltkrieg erneut zu einem Erliegen der Uhrenproduktion führte.

Nach dem 2. Weltkrieg war der Bedarf an Uhren natürlich wieder umso größer, was sich besonders bei den Exportabsatzzahlen bemerkbar machte.

Während der 1970er Jahre jedoch wieder ein Rückschritt. Durch die Einführung von Kunststoffgehäusen und Quarzuhrwerken kam besonders Konkurrenz aus Schwellenländern auf, da diese neue Art der Uhrenherstellung mit deutlich weniger Arbeitsaufwand relativ einfach zusammengebaut werden konnte. Auch LCD Armbanduhren wurden hergestellt, sodass neue Trends die Verkaufszahlen der Schwarzwälder Uhren weiter senkten. (Bildquelle: http://files.edelight.de/img/posts/228x228_junghans-spektrum-uhr-schwarz-von-lysik-3.jpg)

Dies hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahl der Uhrenbranche im Schwarzwald. So sank die Beschäftigtenzahl zwischen 1973 und 1976 um über 25% von 28.600 auf 21.000 Beschäftigte.

Probleme die zu diesem Rückgang führten:

  • exportintensive Uhrenindustrie im Schwarzwald
  • enorme Wechselkursschwankungen gegenüber dem US-Dollar (durch Export bedingt)
  • Konjunktureinbrüche
  • Konkurrenz durch Billiglohnländer
  • Technologischer Umbruch (Neue Techniken und vor allem globale Konkurrenz prägt den Markt)

Auch die Schwarzwälder Uhrenindustrie forschte nach neuen modernen Uhrenmodellen. So entstanden z.B. folgende Sonderformen der Uhr:

 

Kuckucksuhr (Vogel kommt aus dem Haus und es ertönt sein typischer Ruf)

 

 

 

 

 

 

 

Figurenuhr (Hier z. B. ein Metzger der seinem Bullen in einem 30 minütigen Rhytmus einen Schlag auf den Kopf verpasst)

(Bildquelle: http://www.zeller.de/img/schwarzwaelder-wanduhr-figurenuhr-sog-metzgeruhr-um-1860-56.JPG)

 

 

 

 

Musikuhr (Hier z.B. in 30 minütigem Rhytmus ertönen 2 verschiedene Melodien, diese Melodien werden oft mithilfe einer Stiftwalze abgespielt)

(Bildquelle: http://www.schwarzwald-bohne.de/media/images/popup/kuckucksuhr-rh-45100-1.jpg)

 

Stockuhr (Hier z. B. speziell zum Aufstellen auf Tischen, Kommoden,.. geeignet weitgehend quadratische Form)

(Bildquelle: http://img1.zkauf.de/kienzle-westminsteruhr-kommodeuhr-kaminuhr-stutzuhr-stockuhr-westminster-1131365.jpg)

 

 

 

 

Regulator Uhr (z.B. Pendeluhr, kastenförmige Pendelwanduhr, Armbanduhr mit Regulator-Zifferblatt, Regler in Schlagwerken)

(Bildquelle: http://bild5.qimage.de/antik-regulator-wanduhr-foto-bild-69471815.jpg)

 

 

 

 

 

Diese verschiedenen Modelle wurden meist Schwarzwaldtypisch im Holzgehäuse entwickelt.

Andere Arten von Uhren waren zudem die Lackschilduhr mit bemaltem Holzschild wie bereits im Text oben mehrfach erwähnt. Die sogenannte “Jockele Uhr”, eine kleine Wanduhr mit Porzellan oder Messingschild und Anfang des 19. Jahrhunderts dann auch die sehr bekannte “Sorg-Uhr” von der Uhrmacherfamilie Sorg, die eine sehr kleine Wanduhr darstellt.

(Quelle der Daten: http://de.wikipedia.org/wiki/Uhrenproduktion_im_Schwarzwald)

Zwischenzeitlich macht auch die moderne Kuckucksuhr immer mehr von sich reden. Tradition bewahren (mechanisches Uhrwerk und Holzgehäuse), Fortschritt und Moderne mit einbeziehen (Farbe, Design) waren hier die Zielrichtung.

Die Verkaufszahlen der modernen Kuckucksuhren sind stark steigend.

Uhrenhersteller in Schonach

Natürlich sind auch heute noch einige Uhrenhersteller in Schonach beheimatet:

Hier finden Sie eine Übersicht über die einheimischen Betriebe im Uhrengewerbe. mehr

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