„Jugend trainiert“-Splitter aus Schonach
Jedes Winterfinale schreibt seine eigenen Geschichten. Das gilt auch für die Jubiläumsausgabe 2026, an der im Schwarzwald 633 Sporttalente aus 105 Schulteams beteiligt sind. Eine kleine Auswahl der bisherigen Highlights haben wir hier kurz und knapp für euch zusammengestellt.
Nomine nominiert – ein starkes Zeichen für Inklusion
Niedersachsen schickt im olympischen Ski Alpin-Wettbewerb erstmals ein Mädchen mit Handicap offiziell ins Rennen. Nomine Fabian ist Monoskifahrerin. Erstmals sorgte sie bei Jugend trainiert für Olympia & Paralympics 2025 für Aufsehen, als sie beim Winterfinale in Nesselwang außer Konkurrenz für das Ski Alpin-Jungenteam aus Niedersachsen an den Start gehen durfte (siehe Artikel vom 18.02.2025). In diesem Jahr gehört die Zwölfjährige nun offiziell zur Mannschaft und schrieb nach dem ersten Wettkampftag in ihrer Instagram-Story: „Geil war’s heut!“
Gut zu wissen: Die Ausschreibung erlaubt es, dass bis zu zwei Mädchen ein Jungenteam verstärken dürfen. Von dieser Regelung hat das Regionalteam Niedersachsen Gebrauch gemacht. Im Ski Alpin wird zwar bei „Jugend trainiert“ kein paralympischer Wettbewerb ausgetragen (anders als im Bereich Para Ski nordisch). Dass eine Behinderung der Nominierung in einem olympischen Team im Wege stünde, steht aber nirgends. Gut so! Für Nomine. Für Niedersachsen. Für Inklusion. Und als Zeichen für andere Schülerinnen und Schüler mit Behinderung, dass sie bei „Jugend trainiert“ willkommen sind – unabhängig davon, ob ihre Sportart zum paralympischen Wettkampfprogramm gehört oder nicht.
Wer mehr über die selbsternannte „Inkluencerin“ Nomine Fabian erfahren möchte, kann ihr auf Instagram folgen oder sich die Doku „Ich kann alles außer laufen" anschauen, die unser VJ Thomas Klein im letzten Jahr mit Nomine für die Deutsche Welle gedreht hat.
Die Hesse‘ komme‘
Seit 2013 werden Ski Alpin-Wettbewerbe bei den Winterfinals von „Jugend trainiert“ ausgetragen. 2026 ist erstmals auch ein Team aus Hessen mit dabei. Auch wenn man im Rhein-Main-Gebiet vergeblich nach spitzensporttauglichen und schneesicheren Skipisten sucht, haben sich die Mädchen, die im Vereinssport überwiegend für den SC Taunus starten, an Tag 1 wacker geschlagen: Im Zwischenklassement belegen sie Rang fünf. Eine starke Leistung, die das Team beim heutigen Parallelslalom bestätigen möchte.
Aber egal, welches Ergebnis am Ende herauskommt: Antonia Steinebach, Emilia Grauer, Frida Schneider, Johanna Steinebach und Marlen Mertgen haben auf jeden Fall Geschichte geschrieben: Sie sind die Ersten, die Hessen bei einem Ski Alpin-Wettbewerb von „Jugend trainiert“ vertreten haben. Chapeau!
Bei Stellmachers ist „Jugend trainiert“ Familiensache
Seit zehn Jahren ist der Name Stellmacher eng mit „Jugend trainiert“ verbunden. Vier Töchter haben die Eltern Jennifer und Gavin Stellmacher – alle waren sie im Ski Alpin bei den Winterfinals von „Jugend trainiert“. Die jüngste von ihnen, Anni, sicherte sich am Montag als drittschnellste Fahrerin aller Teilnehmerinnen einen bronzenen DB-Ski und führte ihr Team auf den vorläufigen Bronzerang, den es nun im Parallelslalom zu verteidigen gilt. Es wäre das krönende Ende einer einzigartigen „Jugend trainiert“-Reise, welche die vier Schwestern und ihre Eltern für immer mit „Jugend trainiert“ verbinden wird.
In unserer Berichterstattung haben wir euch die Familie bereits am Montag vorgestellt. Hier geht es zum Artikel und Video.
Eröffnungsfeier im Kurpark, Livestream von der Seebühne am Mittwoch
Mit der Eröffnungsfeier und Fackelübergabe von Nesselwangs Bürgermeister Pirmin Joas an Schonachs Bürgermeister Jörg Frey wurde am Montagabend im Kurpark das Winterfinale offiziell eingeläutet. Die Teilnehmenden hatten sich geschlossen vor dem Haus des Gastes versammelt und erlebten ein halbstündiges Bühnenprogramm.
Ein kurzer Talk der beiden Bürgermeister mit dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Schulsportstiftung, Martin Schönwandt, und Moderator Kai Gemeinder leitete die Veranstaltung ein. Auftritte der Dom-Clemente-Schule und einer Tanzgruppe des Turnvereins Schonach verbreiteten gute Stimmung. Für einen zusätzlichen Motivations-Kick sorgten auf dem Videoscreen ein kurzer Olympiarückblick auf die Winterspiele Mailand Cortina sowie Grußbotschaften einiger Top-Athletinnen und -Athleten aus dem Team Deutschland.
Am Mittwoch ab 18:30 Uhr findet an gleicher Stelle auf der Seebühne im Kurpark Schonach die Schlussfeier mit Siegerehrung statt. Diese können auch all jene verfolgen, die nicht im Schwarzwald vor Ort sind. Der Schlusspunkt von „50 Jahre Winterfinale“ wird im Livestream auf YouTube ausgestrahlt. Anschließend wird die DB Après-Ski-Party die Kids noch einmal in Wallung bringen, ehe am 5. März für alle Teams die Heimreise ansteht.
Skilanglauf, Skispringen und Para Ski nordisch steigen ins Wettkampfgeschehen ein
Während im Ski Alpin die Wettbewerbe bereits am Montag begonnen haben und am Dienstag abgeschlossen werden, stand für die Schülerinnen und Schüler aus den anderen Wintersportarten zunächst ein Trainingstag auf dem Programm. Am heutigen Dienstag wird es aber nun auch für die Talente im Skilanglauf, Skispringen und Para Ski nordisch ernst.
An der Schülerschanze in Schönwald findet heute das Einzelspringen in der Mannschaftswertung statt. Im Rothaus Loipenzentrum Weißenbach steht zeitgleich für den Langlaufnachwuchs im olympischen und paralympischen Wettbewerb der Techniksprint auf dem Programm.
Alle Ergebnisse werden tagesaktuell in der Schulsport-Arena veröffentlicht. Dort erfahrt ihr im Laufe des Tages auch, wie die Ski Alpin-Wettbewerbe der U14 Mädchen und Jungen ausgegangen sind.
Bilder und Videos
Seit drei Tagen ist die Schwarzwaldregion rund um Schonach fest in der Hand des Schulsportnachwuchses. Immer mit dabei ist unser Medienteam, das spektakuläre Bilder und Videos produziert und auf den Social Media-Kanälen von Jugend trainiert für Olympia & Paralympics sowie in der Mediathek auf der Homepage zugänglich macht. Klickt euch durch und verpasst keinen Moment des Winterfinales 2026.
Text: DSSS/Kai Gemeinder
Fotos: DSSS/sampics
Die Deutsche Schulsportstiftung ist Trägerin und Veranstalterin des Schulsportwettbe-werbs Jugend trainiert für Olympia & Paralympics, der seit 1969 existiert (früher: Jugend trainiert für Olympia) und aktuell rund 700.000 Schülerinnen und Schüler pro Jahr in ganz Deutschland dazu inspiriert, sportliche Höchstleistungen zu erzielen und den Wert von Gemeinschaft zu erleben.
Unter dem Dach der DSSS wirken die 16 Kultusbehörden aller Bundesländer, der Deutsche Olympische Sportbund und seine am Bundeswettbewerb beteiligten 16 Sportfachverbände sowie der Deutsche Behindertensportverband (DBS) gemeinsam an der Planung und Durchführung von „Jugend trainiert“ mit.
„Jugend trainiert“ wird jährlich unter der Schirmherrschaft des amtierenden Bundespräsidenten veranstaltet. In jedem Jahr werden drei Bundesfinals in 26 Sportarten (19 olympisch; sieben paralympisch) ausgetragen: das Winterfinale in verschiedenen Wintersportregionen wie bspw. Schonach (Baden-Württemberg) oder Nesselwang (Bayern); das Frühjahrs- und Herbstfinale in Berlin. Die Altersklassen reichen – differenziert nach Sportarten – von U14 über U16 bis U18.
Seit dem Schuljahr 2022/23 können sich die jüngsten Schülerinnen und Schüler zudem am neu entwickelten „Jugend trainiert“-Grundschulwettbewerb beteiligen. Die vielfältigen, sportartenübergreifenden und altersgerechten Wettbewerbsaufgaben lassen sich sowohl in den Sportunterricht als auch in den außerunterrichtlichen Schulsport integrieren, führen aber nicht zu Folgevergleichen auf Regional-, Landes- oder Bundesebene. Kinder mit und ohne Behinderung lernen im Team sich selbst und andere einzuschätzen, wachsen gemeinsam über sich hinaus und erleben spielerisch die Freude an der Bewegung.



